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BEST PRACTICE: Unternehmensnachfolge – Wie der sensible Prozess interdisziplinär gelingen kann


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BEST PRACTICE: Unternehmensnachfolge – Wie der sensible Prozess interdisziplinär gelingen kann

Die Unternehmensnachfolge ist eines der komplexesten Themen für den Mittelstand. Um hier für Klarheit zu sorgen, haben vier Geschäftsführer der EVENTUS Group ihr gebündeltes Fachwissen in einem gemeinsamen Beitrag für die „Service Seiten Finanzen Steuern Recht“ veröffentlicht. Damit Sie direkt von dieser interdisziplinären Expertise profitieren können, finden Sie den Artikel hier noch einmal in voller Länge:

Jede Unternehmensnachfolge ist ein hochsensibler Prozess, bei dem zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden müssen – unabhängig davon, ob es sich um eine interne Nachfolge, eine Familiennachfolge oder eine Übernahme durch einen externen Nachfolger handelt. Wie die Zusammenarbeit von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Rechtsanwälten und Unternehmensberatern eine nachhaltige und erfolgreiche Unternehmensübergabe ermöglichen kann, soll in diesem Fallbeispiel diskutiert werden.

Herausforderung und Ausgangssituation

Die Unternehmensnachfolge ist ein kritischer Moment im Lebenszyklus eines Unternehmens und stellt insbesondere mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen. Sie erfordert nicht nur eine langfristige Planung, sondern auch die Berücksichtigung zahlreicher wirtschaftlicher, steuerlicher und rechtlicher Aspekte. Insbesondere bei Familienunternehmen fließen regelmäßig auch persönliche und private Interessen in die Beratung ein. Ohne strategisches Vorgehen kann die Nachfolge zu finanziellen Engpässen, rechtlichen Problemen oder gar zum Scheitern des Unternehmens führen. Um dies zu vermeiden, ist ein strukturiertes, interdisziplinäres Vorgehen unerlässlich.

Im Fallbeispiel standen zwei etablierte Ingenieurbüros vor der Herausforderung, eine geeignete Nachfolgelösung zu finden. Die bisherigen Inhaber, beide über 60 Jahre alt, hatten sich bereits intensiv mit verschiedenen Nachfolgemodellen auseinandergesetzt, jedoch ohne eine zufriedenstellende Lösung zu finden. Externe Kaufinteressenten scheiterten häufig an den finanziellen Anforderungen oder an fehlenden Branchenkenntnissen. Gleichzeitig erwiesen sich einige langjährige Mitarbeiter als potenzielle Nachfolger, denen jedoch das notwendige Kapital für eine direkte Übernahme fehlte. Die Herausforderung bestand darin, eine wirtschaftlich tragfähige, steuerlich optimierte und rechtlich abgesicherte Lösung zu finden, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt.

Die Unternehmensnachfolge ist eines der komplexesten Themen für den Mittelstand. Um hier für Klarheit zu sorgen, haben vier Geschäftsführer der EVENTUS Group ihr gebündeltes Fachwissen in einem gemeinsamen Beitrag für die „Service Seiten Finanzen Steuern Recht“ veröffentlicht. Damit Sie direkt von dieser interdisziplinären Expertise profitieren können, finden Sie den Artikel hier noch einmal in voller Länge:

Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Eine fundierte und zukunftssichere Lösung erforderte eine enge Zusammenarbeit von Experten aus verschiedenen Fachbereichen. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Unternehmensberatung, die einen strukturierten Nachfolgeplan entwickelte, der die langfristige Entwicklung des Unternehmens berücksichtigte. In enger Abstimmung mit allen Beteiligten wurde ein Stufenmodell zur Unternehmensnachfolge erarbeitet, das die Wünsche der Nachfolger und der Altinhaber berücksichtigte und vereinbarte.

So konnte im Rahmen des Finanzierungsmodells sichergestellt werden, dass für die Nachfolger keine Fremdmittel oder private Investitionen notwendig werden und gleichzeitig die notwendige Liquidität erhalten bleibt, um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern. Ebenso wurden geeignete Fördermittel recherchiert, beantragt und abgewickelt, um Digitalisierungspotenziale zu erschließen, Investitionen zu tätigen und Mitarbeiter zu qualifizieren. Im Rahmen einer qualifizierten Businessplanung wurde eine konsolidierte Gesamtplanung erstellt, um alle Parameter der Unternehmensnachfolge zu konkretisieren und die detaillierte Vorgehensweise festzulegen.

Die Steuerberatung leistete einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Nachfolgeplanung. Durch eine steueroptimierte Kaufpreisstruktur und den geschickten Einsatz von Earn-Out-Klauseln konnte die Steuerbelastung nahezu halbiert werden. Eine gezielte Ausschüttungsstrategie stellte sicher, dass die Liquidität des Unternehmens erhalten blieb und die Altgesellschafter dennoch angemessen abgefunden wurden. Gemeinsam mit den Rechtsanwälten begleiteten die Steuerberater auch die Vertragsgestaltung, um gesellschaftsrechtliche und steuerliche Fallstricke zu vermeiden und eine reibungslose Anteilsübertragung zu gewährleisten.

Ergänzend war die Wirtschaftsprüfung ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses. Eine umfassende Due Diligence sorgte für eine objektive Bewertung der Unternehmen und schaffte Transparenz und Sicherheit hinsichtlich der finanziellen Situation für alle Beteiligten. Unter Berücksichtigung der einschlägigen Bewertungsverfahren wurde ein fairer Kaufpreis ermittelt. Gleichzeitig wurden die Finanzkraft der Nachfolger und die geplanten Zahlungsstrukturen detailliert analysiert, um eine stabile wirtschaftliche Basis für die Übernahme und die weitere Entwicklung zu schaffen.

Aufbau einer Holdingstruktur

Eine weitere zentrale Maßnahme zur Optimierung der Unternehmensnachfolge war der Aufbau einer Holdingstruktur. Diese Holdingstruktur bietet insbesondere im Hinblick auf die Steueroptimierung und Risikominimierung zahlreiche Vorteile, insbesondere um eine steuerlich effiziente Gewinnausschüttung und eine strukturierte Übertragung von Unternehmensanteilen zu ermöglichen. So konnten die Gewinne der Ingenieurbüros mit einem reduzierten Steuersatz an die Holding ausgeschüttet werden, was die finanzielle Flexibilität der Nachfolger deutlich erhöhte. Neben weiteren Vorteilen bietet diese Holdingstruktur vor allem Schutz vor finanziellen Risiken, da die Verbindlichkeiten auf der operativen Ebene verbleiben, während das Vermögen in der Holding gesichert ist.

Umsetzung und Ergebnisse

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit führte zu einer sowohl für die Alteigentümer als auch für die Nachfolger optimierten Nachfolgeregelung. Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die stufenweise Übergabe. Die Altinhaber reduzierten mit ihren Anteilen schrittweise auch ihre Verantwortungsbereiche, sodass die Nachfolger ausreichend Zeit hatten, sich in ihre neuen Rollen einzuarbeiten. Eine faire Gewinnverteilung zwischen Altgesellschaftern und Nachfolgern wurde durch ein disquotales Ausschüttungsmodell sichergestellt. Durch eine abgestimmte steuerorientierte Vertragsgestaltung konnten zwei wesentliche Ziele erreicht werden: eine Halbierung der Steuerlast und eine zukunftsfähige Unternehmensstruktur.

Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmensnachfolge

Eine der größten Herausforderungen bei der Unternehmensnachfolge ist die Finanzierung. Je nach Unternehmensstruktur und finanzieller Situation des Nachfolgers gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Klassische Bankkredite sind eine gängige Finanzierungsform, müssen aber häufig durch Bürgschaften oder zusätzliche Sicherheiten ergänzt werden.

  • Eine Alternative ist die Eigenkapitalfinanzierung durch Investoren oder Private-Equity-Gesellschaften, die sich aktiv an der Unternehmensentwicklung beteiligen.

  • Eine wichtige Rolle können auch staatliche Förderprogramme spielen, die spezielle Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmensnachfolgen anbieten.

  • Eine weitere Möglichkeit ist das Earn-Out-Modell, bei dem ein Teil des Kaufpreise

Rechtliche Aspekte der Unternehmensnachfolge

Neben wirtschaftlichen und steuerlichen Faktoren spielen auch rechtliche Aspekte bei der Nachfolgeplanung eine wesentliche Rolle:

  • Gesellschaftsrechtliche Regelungen müssen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden, um die Unternehmensstruktur optimal auf die Nachfolgeregelung abzustimmen.

  • Erb- und schenkungsrechtliche Aspekte sind insbesondere bei Familienunternehmen von großer Bedeutung, da durch eine klare Nachfolgeregelung Streitigkeiten innerhalb der Familie vermieden werden können.

  • Darüber hinaus sind arbeitsrechtliche Herausforderungen zu berücksichtigen, um einen reibungslosen Personalübergang zu gewährleisten und die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden.

Das vorliegende Best-Practice-Beispiel zeigt, dass eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge einer frühzeitigen und interdisziplinären Planung bedarf. Ohne strategische Vorbereitung und fachübergreifende Expertise können erhebliche Risiken entstehen. Nur durch die enge Zusammenarbeit von Steuerberatern, Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern können steuerliche, gesellschaftsrechtliche und finanzielle Aspekte optimal gestaltet werden. Unternehmen, die eine Unternehmensnachfolge planen, sollten frühzeitig Experten aus verschiedenen Fachbereichen einbeziehen, um eine tragfähige und zukunftssichere Lösung zu entwickeln. Wer seine Unternehmensnachfolge strategisch und professionell plant, kann die Weichen für eine langfristig erfolgreiche Zukunft stellen.

EVENTUS bietet mit seiner 360°-Beratung an acht Standorten in der Region 38 eine gezielte interdisziplinäre Gestaltungsberatung aus den Fachbereichen Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Rechtsberatung und Unternehmensberatung. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine zusätzliche Beratungskompetenz im Bereich Fördermittel und Finanzierungen einschließlich deren Vermittlung. Die hohe Beratungsqualität von EVENTUS wurde kürzlich vom Handelsblatt mit dem Siegel „Beste Steuerberater 2025“ ausgezeichnet – ein Beleg für Fachkompetenz und Engagement in der Mandantenbetreuung. EVENTUS zählt damit zu den beiden einzigen Kanzleien in der Region 38, die diese renommierte Auszeichnung erhalten haben.

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Marcus Weber-Wellegehausen

MARCUS WEBER-WELLEGEHAUSEN
EVENTUS GmbH Steuerberatungsgesellschaft, Wolfenbüttel
STEUERBERATER
Marcus Weber-Wellegehausen gründete 2002 die EVENTUS GmbH Steuerberatungsgesellschaft und baute sie zu einer der führenden Kanzleien in der Region 38 mit über 200 Mitarbeitenden aus. Als Steuerberater verfügt er über umfassende Erfahrung in Unternehmensentwicklung und strategischer Beratung. Seine Schwerpunkte liegen in Unternehmensstrukturen, Nachfolgeplanung und innovativen Steuerstrategien.

Jens Landfeld

JENS LANDFELD
EVENTUS GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Braunschweig
WIRTSCHAFTSPRÜFER, DIPLOM-KAUFMANN
Jens Landfeld ist Geschäftsführer der EVENTUS GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Wirtschaftsprüfung, davon 13 Jahre bei der KPMG AG, bringt er fundiertes Fachwissen in die EVENTUS Unternehmensgruppe ein. Seine Schwerpunkte liegen in der Prüfung und Beratung mittelständischer Unternehmen, insbesondere in den Branchen Software und Technologie.

Rechtsanwalt Viktor Altergott EVENTUS

VIKTOR ALTERGOTT
EVENTUS Tax and Law GmbH, Braunschweig
RECHTSANWALT
Viktor Altergott ist Rechtsanwalt und Geschäftsführer der EVENTUS Tax and Law GmbH. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Hamburg und dem Referendariat in Braunschweig sammelte er Erfahrungen in der straf- und steuerrechtlichen Beratung. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen im Steuerrecht, Steuerstrafrecht und Arbeitsrecht. Ein besonderes Anliegen ist ihm die rechtliche Gestaltung von Nachfolgeregelungen und Stiftungen.

Die Experten der EVENTUS Group

Steffen Voß

STEFFEN VOSS
EVENTUS Wirtschaftsberatung GmbH, Braunschweig
UNTERNEHMENSBERATER
Steffen Voß gründete die EVENTUS Wirtschaftsberatung GmbH im Dezember 2015 als Teil der EVENTUS Unternehmensgruppe. Herr Voß verfügt über langjährige Erfahrung im Gesundheitswesen, leitete Fusionen und Organisationsprojekte hinsichtlich der Aufbau- und Ablauforganisation sowie der Personalbedarfsplanung und Kostenmanagement und ist spezialisiert auf Unternehmensnachfolgen und Digitalisierungsprojekte.

Quelle: SERVICE-SEITEN Finanzen Steuern Recht Region 38 | 2025