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Glossar

Verdeckte Gewinnausschüttung


Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung?

Die verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) ist ein Begriff aus dem deutschen Steuerrecht, der Transaktionen zwischen einer Kapitalgesellschaft und ihren Anteilseignern beschreibt, die nicht dem üblichen Geschäftsverkehr entsprechen und zu einer Vermögensminderung oder verhinderten Vermögensmehrung bei der Gesellschaft führen. Solche Transaktionen werden steuerlich so behandelt, als ob Gewinne an die Gesellschafter ausgeschüttet worden wären, selbst wenn dies nicht offen deklariert wurde.

Die vGA ist besonders relevant, da sie die Steuerlast der Gesellschaft und der Gesellschafter beeinflussen kann. Sie wird oft bei Betriebsprüfungen durch das Finanzamt identifiziert und kann zu nachträglichen Steuerforderungen führen. Daher ist es wichtig, dass Transaktionen zwischen Gesellschaften und ihren Gesellschaftern klar, marktgerecht und dokumentiert sind.

Typische Beispiele für verdeckte Gewinnausschüttungen

Verdeckte Gewinnausschüttungen können in vielen verschiedenen Formen auftreten. Ein klassisches Beispiel ist die Vergabe von unangemessen hohen Gehältern an Gesellschafter-Geschäftsführer. Wenn das Gehalt eines Geschäftsführers deutlich über dem üblichen Niveau für vergleichbare Positionen in anderen Unternehmen liegt, kann dies als vGA angesehen werden.

Weitere Beispiele umfassen die verbilligte Überlassung von Wirtschaftsgütern an Gesellschafter oder die Übernahme privater Aufwendungen durch die Gesellschaft, wie beispielsweise die Kosten eines nicht betrieblich notwendigen Dienstwagens. Auch zinslose oder zinsverbilligte Darlehen können als vGA gewertet werden, wenn sie einem Gesellschafter gewährt werden.

Folgen einer verdeckten Gewinnausschüttung

Die steuerlichen Folgen einer verdeckten Gewinnausschüttung sind oft erheblich. Die betreffenden Beträge müssen als Gewinn der Kapitalgesellschaft versteuert werden, und es kann zu Nachzahlungen von Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer kommen. Zudem sind die Bezüge beim Gesellschafter als Einkommen aus Kapitalvermögen zu versteuern.

Aufgrund dieser Steuerfolgen ist es entscheidend, dass Geschäftsführer und Gesellschafter das Risiko von vGAs verstehen und Maßnahmen ergreifen, um diese zu vermeiden. Dies schließt eine sorgfältige Planung und Dokumentation von Transaktionen zwischen der Gesellschaft und ihren Gesellschaftern ein.

Präventionsstrategien gegen verdeckte Gewinnausschüttungen

Um das Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung zu minimieren, ist es wichtig, dass alle Vereinbarungen zwischen einer Kapitalgesellschaft und ihren Gesellschaftern klar definiert, dokumentiert und zu marktüblichen Konditionen erfolgen. Geschäftsführer sollten daher regelmäßig Benchmarking-Studien durchführen, um die Angemessenheit von Vergütungen und anderen Leistungen zu überprüfen.

Des Weiteren ist es ratsam, die Beratung durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in Anspruch zu nehmen, der auf Unternehmenssteuerrecht spezialisiert ist. Diese Experten können dabei helfen, die Einhaltung aller relevanten steuerrechtlichen Vorschriften sicherzustellen und das Risiko von steuerlichen Nachteilen zu minimieren.

FAQ

Was passiert, wenn eine verdeckte Gewinnausschüttung vom Finanzamt entdeckt wird?

Das Finanzamt wird die Einkünfte der Gesellschaft korrigieren und die entsprechenden Steuern nachfordern. Zusätzlich kann es zu Zinsforderungen kommen. Auch der Gesellschafter muss mit einer Nachversteuerung der erhaltenen Vorteile rechnen.

Können Darlehen von einer Kapitalgesellschaft an einen Gesellschafter immer als vGA gewertet werden?

Nicht zwangsläufig. Entscheidend ist, ob das Darlehen unter Bedingungen gewährt wurde, die auch mit einem fremden Dritten so vereinbart worden wären. Zinslose oder zinsverbilligte Darlehen werden jedoch häufig kritisch gesehen.

Marcus Weber-Wellegehausen

Ihr Ansprechpartner:


Marcus Weber-Wellegehausen

Geschäftsführer, Steuerberater

EVENTUS GmbH Steuerberatungsgesellschaft